

2026: Apnoe-Tauchlehrerprüfung in Kroatien – eine Woche mit Tiefgang
Lars Neumeier
Die Apnoe-Tauchlehrerprüfung in Sveta Marina war für mich weit mehr als nur eine fachliche Prüfung. Sie war eine intensive Erfahrung, die mich körperlich und mental gefordert hat und bei der vor allem eines deutlich wurde: Beim Apnoetauchen geht es nicht nur um die eigene Leistung, sondern mindestens genauso sehr um Vertrauen, Verantwortung und Teamgeist.
Schon zu Beginn war spürbar, dass die kommenden Tage für uns alle anspruchsvoll werden würden. Jeder von uns brachte unterschiedliche Erfahrungen, Stärken und auch persönliche Herausforderungen mit. Trotz der Prüfungssituation entstand innerhalb unserer Gruppe jedoch kein ausgeprägtes Konkurrenzdenken. Im Gegenteil: Mit jeder gemeinsamen Einheit wuchs das Gefühl, diese Herausforderung zusammen zu bewältigen.
Gruppendynamik und Vertrauen
Besonders beeindruckt hat mich, wie sich unsere Gruppendynamik während der Prüfung entwickelt hat. Anfangs war natürlich eine gewisse Anspannung vorhanden. Jeder wollte zeigen, was er gelernt hatte, und gleichzeitig möglichst wenige Fehler machen. Doch sehr schnell wurde klar, dass wir nur dann wirklich gut funktionieren konnten, wenn wir uns gegenseitig unterstützten.
Beim Apnoetauchen ist Vertrauen keine abstrakte Idee. Wenn man abtaucht, muss man sich darauf verlassen können, dass der Buddy aufmerksam ist, die Situation richtig einschätzt und im entscheidenden Moment handelt. Dieses gegenseitige Vertrauen wurde während der Prüfung immer stärker.
Wir beobachteten einander, gaben uns Feedback und halfen uns dabei, Fehler zu erkennen und daraus zu lernen. Dabei ging es nicht darum, jemanden zu kritisieren, sondern gemeinsam besser und sicherer zu werden. Gerade in einer Prüfungssituation empfand ich diese Atmosphäre als besonders wertvoll.
Auch körperlich verlangte mir die Prüfung einiges ab. Wiederholte Tauchgänge, Konzentration, Atemvorbereitung und die Anforderungen der einzelnen Übungen summierten sich mit der Zeit. Dabei merkte ich deutlich, dass Apnoetauchen nicht nur von körperlicher Leistungsfähigkeit abhängt.
Körperliche und mentale Herausforderungen
Mindestens genauso entscheidend war für mich die mentale Komponente.
Unter Wasser ruhig zu bleiben, den eigenen Körper wahrzunehmen und gleichzeitig die erlernten Abläufe sauber umzusetzen, war teilweise eine echte Herausforderung. In einer Prüfung kommt zusätzlich der Gedanke hinzu, dass die eigene Leistung beobachtet und bewertet wird. Genau dann ruhig zu bleiben und sich nicht selbst unter Druck zu setzen, war eine wichtige Erfahrung für mich.
Ich musste lernen, meinen Fähigkeiten zu vertrauen und mich auf das zu konzentrieren, was in diesem Moment wichtig war. Nicht auf den nächsten Tauchgang, nicht auf die Bewertung und nicht darauf, was möglicherweise schiefgehen könnte – sondern auf die aktuelle Aufgabe.
Mit zunehmender körperlicher Ermüdung wurde genau diese mentale Ruhe immer wichtiger.
Teamgeist unter und über Wasser
Was mir von der Prüfung besonders in Erinnerung bleiben wird, ist der Teamgeist. Obwohl jeder von uns seine eigene Prüfung absolvierte, fühlte es sich nie wie eine reine Einzelleistung an.
Vor einem anspruchsvollen Tauchgang waren es manchmal nur wenige Worte oder ein kurzer Blick vom Buddy, die Sicherheit gegeben haben. Nach einem Tauchgang wurde gemeinsam analysiert, gelacht oder auch einfach kurz durchgeatmet. Wenn jemand eine schwierige Situation gemeistert hatte, freute sich die Gruppe mit.
Gerade beim Thema Sicherheit wurde deutlich, wie wichtig diese Haltung für einen zukünftigen Apnoe-Tauchlehrer ist. Als Tauchlehrer trägt man Verantwortung für andere Menschen. Technisches Wissen und die eigene taucherische Leistung sind dafür unverzichtbar, reichen allein aber nicht aus.
Man muss aufmerksam sein, Menschen einschätzen können, Ruhe ausstrahlen und im richtigen Moment Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig muss man akzeptieren können, dass man selbst Teil eines Teams ist und sich ebenfalls auf andere verlassen muss.
Mein persönliches Fazit
Die Apnoe-Tauchlehrerprüfung in Sveta Marina hat mir gezeigt, dass Grenzen nicht immer dort liegen, wo man sie zunächst vermutet. Manche Herausforderungen waren körperlich, andere mental. Einige konnte ich durch Technik lösen, andere nur durch Ruhe, Vertrauen und die Unterstützung der Menschen um mich herum.
Für mich war deshalb nicht nur entscheidend, welche Tiefe ich erreicht, welche Übung ich bestanden oder welche Leistung ich abgerufen habe. Viel wichtiger war die Erfahrung, auch unter Belastung Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig Vertrauen in mein Team zu haben.
Ich nehme aus Sveta Marina deshalb mehr mit als eine bestandene Prüfung und neue fachliche Erfahrungen. Ich nehme das Bewusstsein mit, dass gutes Apnoetauchen immer auch Teamarbeit bedeutet.
Unter Wasser ist jeder für seinen eigenen Tauchgang verantwortlich – aber niemand sollte wirklich allein tauchen.
Genau dieses Zusammenspiel aus persönlicher Leistung, gegenseitigem Vertrauen und Verantwortung füreinander hat diese Prüfung für mich zu einer besonderen Erfahrung gemacht.Wenn du mir ein paar konkrete Erlebnisse aus der Prüfung nennst – z. B. Tiefe, Rettungsübungen, Probleme beim Druckausgleich, einzelne Personen oder einen besonders schwierigen Moment –, kann ich den Bericht noch persönlicher und authentischer gestalten.
Sieben Tage lang drehte sich fast alles um Apnoe, Ausbildung und Sicherheit. Statische Apnoe, Tief- und Streckentauchen, anspruchsvolle Intervalle und Rettungsübungen forderten uns immer wieder – und Wind und Wellen machten es nicht unbedingt leichter. Dazu kamen Themen wie Notfallmanagement, Sauerstoffgabe, HLW/AED, Knotenkunde sowie die Planung, Organisation und Durchführung sicherer Tauchgänge.
Für mich wurde dabei einmal mehr deutlich: Ein guter Apnoe-Tauchlehrer zeichnet sich nicht allein durch die eigene Leistung unter Wasser aus. Mindestens genauso wichtig sind Verantwortungsbewusstsein, klare Kommunikation, ein wachsamer Blick für den Tauchpartner und die Fähigkeit, auch in anspruchsvollen Situationen Ruhe und Übersicht zu bewahren.
Am letzten Prüfungstag wurde es dann noch einmal richtig spannend. Die entscheidenden Tieftauchgänge standen an: 30 Meter für TL1 sowie 33 bis 35 Meter für TL2 und TL3. Nach einer Woche voller Training, Briefings, Übungen, früher Stretching-Einheiten und unzähliger Handgriffe rund um die Ausrüstung konnten wir zeigen, was wir gelernt hatten.Was ich aus dieser Woche mitnehme?
Jede Menge neue Erfahrungen, viele intensive Momente über und unter Wasser und vor allem das Gefühl, als Team zusammengewachsen zu sein. Denn gerade beim Apnoetauchen gilt für mich: Vertrauen, gegenseitige Aufmerksamkeit und Sicherheit sind die Grundlage für alles, was wir in der Tiefe erleben können.
Eine anstrengende, lehrreiche und großartige Woche, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird
Impressionen

1min Hang auf 20m

Streckentauchen
